Monatsarchiv: Dezember 2016

Alle auf die Barrikaden

Mal ein Fakt gleich vorweg: Wir brauchen deutlich mehr Wohnraum als früher. So ist die durchschnittliche Quadratmeterzahl auf der wir in unseren eigenen vier Wänden wohnen in den vergangenen Jahren gestiegen. Das erklärt vielleicht auch, das wir diesen Wohnraum auch auf der Schiene beanspruchen.

Denn EIN Sitz ist lange nicht genug.

Wieviel Platz man dann erobert, ist eine Frage der Taktik.

Die einfachste, gerade jetzt im Winter, verläuft nach dem Motto: Ein Sitz pro Kleidungsstück.

Im Vierer Platz nehmen und dann Handschuh 1 auf Sitz 1, Handschuh 2 auf Sitz 2, Schal auf Sitz 3 und sich selbst auf Sitz 4.

Das das, vor allem im Berufsverkehr, lange von Erfolg gekrönt ist, ist allerdings unwahrscheinlich.

Wahrscheinlicher ist da schon, und da kommen wir zu Taktik zwei, dass man sich einen zweiten Sitzplatz sichert, indem man einen Rucksack oder eine Einkaufstasche neben sich stellt. Aber, dabei ganz wichtig, Buch oder Zeitung nicht vergessen. Denn wer das oder die dann liest, der kann immer so tun als ober er die 322 Menschen die im Gang stehen weil sie sich nicht trauen einen lesenden Doppelsitzokkupierer anzusprechen, nicht hört.

Wobei da auch die Frage erlaubt sein darf, warum der Satz:“Ist der Platz da noch frei?“ für viele so schwer über die Lippen zu bekommen ist.
Da gebe ich der Kanzlerin recht. Sie versteht nicht, warum die Menschen gegen TTIP hundertausendfach auf die Straße gehen. Gegen Sitzplatzokkupierer wäre doch viel wichtiger. Oder steht TTIP gar für „TaschenTütenImmerPlatznichtblockierend“? Das wär was. Dann würde ich mitmachen.

Aber so ist es wohl nicht.

Und es beantwortet sowieso nicht die Frage, warum es Bahnfahrer gibt, die sich verbarrikadieren.

Sie wollen vielleicht alleine sein. Wollen ihre Mitfahrer vielleicht mit ihrem Mundgeruch nicht belästigen.

Zumindest den ersten Grund finde ich ziemlich langweilig.

Oder?

Also: Auf die Barrikaden. Für ein faires und freies BeHandlungsabkommen – für TTIP.

Wer dafür ist, kann gerne hier unterschreiben – ich rufe gerade noch die Kanzlerin an. Und Donald T.

Versprochen