Es gibt immer wieder Situationen, in denen ich unsicher bin.
Vor ein paar Jahren gab es in den Zügen mal Hinweise darauf, dass man doch bitte nicht so laut Musik hören sollte, um die Mitfahrer im Vierer nicht zu stören.
Aber jetzt mal ganz ehrlich: Die Hälfte aller Kegelclubs würde zu Hause bleiben und auf der heimischen Kegelbahn den Ausflug simulieren, wenn man dieses Verbot konsequent verfolgen würde.
Wahrscheinlich würde auch mal jeder die Durchsagen im Zug mitbekommen, wenn er oder sie die Kopfhörerlautstärke vom Smartphone reduzieren würde.
Manchmal möchte ich ja auch die Fähigkeit besitzen, eigene Durchsagen im Zug machen zu dürfen. Was würde das für einen Spaß machen.
Variante 1: „Wir rasen gerade ungebremst auf ein endendes Gleis zu…..“
Zugegeben: Das wäre arg gemein. Andererseits würden es eh nur ein paar Mitfahrer mitbekommen. Die könnte man ja dann gleich auch wieder beruhigen.
Variante 2: „Alle, die jetzt den Finger heben, bekommen ein Freigetränk.“
Hier wären meine Unkosten überschaubar. Wahrscheinlich würde ein Sixpack Brause reichen.
Außerdem wäre eine vorgeschriebene Lautstärkeregelung auch kontraproduktiv, um sich von der eigenen Menschenkenntnis überraschen zu lassen.
So saß ich am Montag in meinem Vierer und ließ die Landschaft draußen wieder an mir vorbeiziehen, als ein mir gegenübersitzender Fahrgast aufdrehte.
Er war ungefähr 1 Meter 90 groß, hatte dunkle Haare, einen Bart und war von sehr breiter und vor allem sehr kräftiger Statur – kurz gesagt: Typ Türsteher.
Ich hörte auf das, was als Musikgemisch mir entgegenkam und schaute ihn an. Irgendetwas in meienem Kopf sagte mir, das da etwas nicht zuammenpasst.
Noch kam ich aber nicht drauf.
Beim Refrain war es dann so weit: „Ich sterb für Dich“.
Richtig – Vanessa Mai.
Der Schlager macht auch vor echten Männern nicht mehr Halt.
Ich war kurz davor dem Türsteher auf die Schulter zu klopfen.
Getraut hab ich mich nicht.
Wenn er beim nächsten Mal die Amigos hört….. vielleicht.